Egal, dachte ich mir damals, Hauptsache man sieht meine Narben nicht. Außerdem fand ich meinen eigenen Schnurrbart nie
schön, im Gegenteil er war mir oft im Wege: beim Küssen, beim Essen und vor allem beim Wein trinken. Zwar versuchte
ich die Oberlippe immer schön frei zuhalten, doch beim Rotwein trinken versaute ich mir regelmäßig alle meine weißen
Hemden. Hier tragen in erster Linie die Maharadschas einen gut gepflegten und geschwungenen Schnurrbart, der nach
außen natürlich Macht signalisiert. Bei allen Gurus, Wunderheilern und Schlangenbeschwörern bedeutet der Schnurrbart
Sicherheit und Vertrauen und bei den wilden Kameltreibern bedeutet er Ausdauer und Kraft. Bei einem Familienoberhaupt
beweist ein Schnurrbart Stärke, Ansehen und bei einem reichen Kindersegen große Manneskraft. Zu beachten ist auch wie
ein Schnurrbart getragen wird. Ist er an den Enden nach unten gebogen, ist Vorsicht geboten. Es sind oft Menschen die
mit sich selbst oder der Gesellschaft nicht im Reinen sind, sie wirken böse und verschlossen. Wird ein Schnurrbart
nach oben geschwungen getragen, so signalisiert er Fröhlichkeit, Vertrauen und Offenheit. Seitdem ich all diese Dinge
über Schnurrbärte gelernt habe, pflege ich ihn viel besser und achte außerdem darauf, dass er immer nach oben steht.
Heute trage ich ihn mit Stolz und Würde wie ein gutes Bekleidungsstück, was unter Schnurrbartträgern zum offenen
Sympathieaustausch führt.
Interessantes zum Schnurrbart im westlichen Kulturkreis findet ihr auch unter:


