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36. Der Abschied
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Wie die Zeit vergeht, sagt Elke, jetzt sind wir schon fast 5 Monate hier in Nepal, ich fühle mich hier so wohl,
als wäre ich schon Jahre hier. Wir haben überhaupt nicht gemerkt, wie schnell die Zeit vergangen ist.
Das hängt vielleicht damit zusammen, dass wir so große Turbulenzen hinter uns haben. Natürlich erinnert
man sich gerne an die guten Erlebnisse, doch es gab auch einige heikle Situationen.
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35. Das Team
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So langsam bekommen wir Ordnung in den Laden und es zeichnet sich eine geradlinige Struktur ab.
Joe läuft nur noch mit einem Lächeln herum, es gefällt ihm, in seinem Urlaub so gut, dass er sich
fast jeden Abend mit Jamason Whisky die Kante gibt.
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34. Unsere Burg
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Da wir wieder einmal den billigsten Flug über ein indisches Reisebüro nach Nepal gebucht haben,
stehen wir am Flugafen in Bangkok und warten auf den Flieger, der nicht kommen will. Der Abflug
über Bangladesh verspätet sich um 4 Stunden, das heißt, dass wir unseren Anschlußflug von Dhaka nach
Khatmandu verpassen. Das wird spannend, sage ich zu Elke, zumal keine weiteren Flieger an diesem Tag
aus Bangladesh heraus fliegen, so die Auskunft der Stewardess.
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33. Freunde aus der Heimat
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Die Annapurnarunde hat uns doch ganz schön angestrengt. Deshalb erholen wir uns erst einmal mit Relaxen
und Schwimmen, gutem Essen und gutem Wein. Sofia lädt uns zum Geburtstag ins Castle Resort zu einer
Mitternachtsparty ein. Da es sehr spät wird und wir einiges getrunken haben, schlafen wir in einem der
romantischen Bungalows. Bei einem reichaltigen irischen Frühstück fragen uns Sofia und Joe, ob wir nicht
Lust hätten, ab Januar ihr Resort für 5 Monate zu leiten.
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32. Eine Bühne himmlischer Handlungen
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Nachdem wir uns von meiner Geburtstagsparty einigermaßen erholt haben, beschließen wir, ins Gastehaus 'Moonland' zu wechseln. Chandra, der
mit seinem Bruder dieses ein bißchen abseits gelegene Gästehaus betreibt, hat lange Zeit als Küchenchef für eine australische
Hotelkette gearbeitet. Gemeinsam kochen wir die verrücktesten und ausgefallensten Menüvariationen, was wiederum den Angestellten, Elke
und mir viel Spaß macht.
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31. Streik, Streik, Demo - Crazy
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Eigentlich wollten Elke und ich schon längst auf dem Annapurna-Trail sein, doch die starken Regengüsse lassen es nicht zu.
In den Bergen gibt es gefährliche Erdrutsche, deshalb bitte ich Elke noch etwas zu warten, und außerdem möchte ich meinen
Geburtstag mit Freunden in Pokhara und nicht einsam in den Bergen ohne Wein feiern.
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30. Skype Party
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Nach zwei Tagen haben wir uns die meisten Sehenswürdigkeiten in Kathmandu angesehen, nun wird es höchste Zeit,
dass wir uns um den Wein für unsere Skype-Party kümmern. Die erste Wein-adresse ist schlichtweg ein Reinfall,
es gibt fast nur alte Weißweine und im Rotweinbereich sieht es auch nicht gut aus. Da gefällt es mir im Greenland
schon besser. Hier sind alle großen Massenwein-güter aus Australien, Südafrika, Chile, Frankreich und Italien
vertreten. Das Verrückte ist, dass die Rotweine oft jünger sind als die Weißweine. So ganz überzeugt bin ich
noch nicht, deshalb machen wir uns auf die Suche nach Kirens Weinkeller. Er ist gar nicht so einfach zu finden,
weil der Wein-keller irgendwo versteckt in einem Hinterhof liegt und das Ganze in Wirklichkeit ein chaotisches
Abstelllager ist. Umso mehr bin ich überrascht, junge, gute Weißweine aus guten Weingütern zu finden und die
Preise sind akzeptabel.
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29. Der Tod schmeckt süßlich bitter
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Der freundliche Besitzer unseres Gästehauses kocht uns noch in der Nacht eine heiße Nudelsuppe,
dazu trinken wir unser erstes nepalesisches, gut gekühltes Bier. Elke meint, was kann das leben
doch so schön sein. Vor ein paar Stunden hatten wir noch Todesängste und jetzt sitzen wir hier
in einem schönen Garten und fühlen uns wie die Könige. Am nächsten Morgen erkunden wir die
rund 200.000 Einwohner zählende Stadt Pokhara, die auf etwa 850m liegt. Wir laufen hinunter
zum Phewa Lake, wo wir an Banken, Reisebüros, Läden für Trekkingbedarf und unzähligen Souvenir-Shops
vorbei kommen. Elke entdeckt den ersten Supermarkt, in dem wir wie zwei Kinder in einem Spielzeugladen
herum laufen. Ich entdecke sofort das Weinregal, das mit Weinen aus Chile, Süd-Afrika, Australien
und sogar aus Frankreich und Italien gefüllt ist. Die Weißweine sind alle total
veraltet und nicht mehr genießbar, dafür sieht es im Rotweinbereich besser aus, sogar die
Preise von 4 bis 8 Euro sind für uns bezahlbar.
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28. Welcome to my Nepal
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Endlich - nach 3 Tagen Dauerregen blinzeln die ersten Sonnenstrahlen durch unser kleines Fenster.
Es ist noch früh am Morgen, als wir auf unsere Räder steigen, vor uns liegen 125 Kilometer bis zu
unserem ersten Stop Chisapani. Wir fahren auf einer dampfenden, gut ausgebauten, asphaltierten Straße.
Das erste was uns auffällt sind die sauberen Straßenränder, nirgendwo liegt Müll herum, keine einzige
Plastikflasche ist zu sehen. Autos gibt es kaum welche, hier und da kommt uns ein Bus entgegen, einige
haben Ochsenkarren oder Fahrräder, was uns natürlich besonders gut gefällt. Die meisten Nepalesen sind
jedoch zu Fuß unterwegs und was sie alles auf dem Kopf oder auf dem Rücken tragen ist beachtlich.
Wir radeln gerade an einem Reisfeld vorbei, als uns eine Stimme etwas Unverständliches zuruft.
Erst beim näher Kommen verstehen wir die Worte, die sich immer wieder wiederholen. Doch woher
kommt die Stimme? Als Elke einen kleinen, fröhlich lachenden Jungen entdeckt, der wie ein Hampelmann
aus dem Reisfeld hochspringt und uns mit den Worten 'Welcome to my Nepal' empfängt.
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27. No more Dhal
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Die letzten 200 Kilometer zur nepalesischen Grenze radeln wir durch Reisfelder, hier leben überwiegend arme Bauern und
es gibt keine Infrastruktur. Wir übernachten fast nur noch in heruntergekommenen schäbigen Unterkünften, deshalb müssen
wir unseren Ekelfaktor nochmals nach unten korrigieren. Der Himmel hat seine Schleusen aufgemacht, von morgens bis abends
radeln wir im Regen, der manchmal so heftig ist, das swir die Straße nicht mehr erkennen.
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26. Unter Hindu Pilgern
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Auf den letzten 100 Kilometern vor Rishikesh wächst die Pilgerschar unaufhörlich an. Zuerst sind es nur
vereinzelte Wanderer, danach kommen Radfahrer und Mopedfahrer dazu und zum Schluss sehen wir Traktoren mit
riesigen Anhängern, vollgestopft mit Orange gekleideten Pilgern. Sie alle, die meisten von ihnen sind Männer,
sind in seliger Feierlaune. Einige singen Lieder, doch die Jungen unter ihnen haben große Musikboxen dabei,
aus denen ein ohrenbetäubender Lärm erschallt.
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25. Zorbing und Yaksking
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Fassungslos stehen Elke und ich mitten in Manali in einem Lichtermeer und einem ohrenbetäubenden Lärm.
Tausende von Indern machen hier Urlaub oder verbringen hier ihre Flitterwochen. Die Reichen geizen hier
nicht mit ihrem Luxus, die meisten von ihnen sind reiche Sikhs, die ihre Frauen in edle Saries hüllen
und mit Gold behängen.
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24. Men at Work
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In Keylong finden wir in einem freundlichen Gästehaus ein einfaches Zimmer mit einem kleinen Balkon,
auf dem wir die letzten Sonnenstrahlen des Tages genießen. Wir sitzen nebeneinander, schauen nach oben
in die Berge und jeder versucht, das Erlebte der letzten Wochen zu verarbeiten. Elke sagt:
Es war eine gute Entscheidung, nach Kaschmir und Ladakh zu reisen. Ich bin froh, dass ich diese
liebenswerten Menschen und ihre Jahrhunderte alte Kultur kennen lernen durfte. Dabei wird Elke
sehr melancholisch und ich nehme sie in den Arm und sage zu ihr. Das ist eben unsere Reise, sie
ist etwas ganz Besonderes, was man nicht mit Geld bezahlen kann und außerdem sind wir ja noch am Anfang.
Ich bin fest davon überzeugt, dass noch viele Erlebnisse und Abenteuer auf uns warten.
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23. Höllentrip über die Berge
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Elke hat es wieder einmal geschafft, die über 30 Kilogramm Gepäck pro Fahrrad in unseren Packs gleichmäßig
zu verteilen. Die ersten 47 Kilometer am Indus entlang gestalten sich noch sehr einfach, doch ab Ubshi
verlassen wir das Industal in einer Höhe von 3700 m. Von nun an geht es ständig bergauf.
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22. Buddhistische Klöster
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Wir haben uns schon viele Gompas, buddhistische Klöster, angeschaut, doch Elke fehlen noch ein paar
wichtige, außerdem findet nächste Woche in Lamayuru das Maskenfest statt, was sich Elke auf keinen
Fall entgehen lassen will. Da es mit dem Fahrrad sehr mühsam und zeitaufwendig ist, mieten wir uns
ein Motorrad. Sam und Even sind sofort mit von der Party. Allerdings kann unsere Maschine mit den
schweren Bulletmaschinen der Aussies nicht mithalten.
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21. Bei den Nomaden
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Eigentlich wollten wir uns von den Strapazen der Überquerung des 5606m hohen Kardung La erholen,
doch Eva und Daniela überreden uns, mit ihnen gemeinsam einen dreitägigen Ausflug ins Rupsu-Tal zum
See Tso Moriri zu unternehmen. Hierfür braucht man wieder einmal eine Sondergenehmigung, weil das
Tal direkt an der chinesisch-tibetischen Grenze liegt.
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20. Dem Himmel so nah
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Am Morgen des neunten Juni werde ich um 5 Uhr von den singenden Mönchen hoch oben in der Gompa aus dem Tiefschlaf gesungen.
Ich schaue aus dem Fenster, alles ist noch grau in grau, die zart grünen Blätter der Pappeln wiegen sich leise im Wind,
alles sieht nach einem perfekten Tag aus.
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19. Zum Frühstück einen Viertausender
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Mit brechend vollen Packs starten wir zu unserer ersten kleinen Expedition in den Himalaya.
435 Kilometer von Srinagar Kaschmir über drei Pässe von 3500-4300m Höhe nach Leh Ladakh.
Die Informationen über diese Strecke sind sehr dürftig. Niemand kann hier in den Bergen das Wetter vorhersagen,
deshalb sind wir auf alles vorbereitet.
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18. Im Norden Indiens
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Wir verlassen Amritsa in Richtung Kaschmir und je weiter wir nach Norden radeln, desto grüner und bergiger wird die
Landschaft. Kaschmir zählte lange Zeit zur gefährlichsten Ecke der Welt und damit sich hier die Pakistanis und Inder
nicht die Köpfe einschlagen, hat man zur Sicherheit aller 1.000.000 Soldaten stationiert. Selbst beim Pinkeln muss
man aufpassen, dass nicht ein Soldat im Kampfanzug hinter einem steht.
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17. Betze-Stimmung an der indisch-pakistanischen Grenze
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Die letzte Zugfahrt hatte Elke und mich doch ganz schön erschüttert, deshalb gehen wir an diese Nachtfahrt mit sehr
viel Skepsis heran. Doch manchmal kommt es anders als man denkt.
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16. Keine Angst vor'm Zahnarzt
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Aus dem Tagebuch von Elke ...
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15. Geister in Indien
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Als wir in Deutschland unsere Fahrräder bepackten und auf Reisen gingen, sorgten wir schon Zuhause für großes
Aufsehen. Das hängt schon mal daran, dass unsere Fahrräder mit all den Packs eher aussehen wie schwere Motorräder. Da
machen selbst Freunde und Bekannte große Augen und sagen, ach du lieber Gott, was habt ihr denn alles dabei? Das
Ganze hängt natürlich davon ab, wie lange man plant, auf Reisen zu gehen. Zum Zweiten ist zu beachten, ob man nur in
warmen Regionen reist oder auch kältere Gebiete miteinbezieht. Zum Dritten hängt vieles von der Infrastruktur der
bereisten Länder ab.
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14. Schnurrbart ist nicht gleich Schnurrbart
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In ganz Rajasthan gibt es keinen Mann ohne, es sei denn, er ist noch sehr jung und auf der Suche nach einer hübschen
Frau. Somit ist auch meine Zeit als Schnurrbartträger hier in Indien gekommen.
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13. Jaisalmer, ein Wüstentraum
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Radsch hatte uns empfohlen, die 250 Kilometer nach Jaisalmer mit dem Morgenbus zu fahren, da ist es noch angenehm
kühl. Für diese Strecke durch eine öde steinerne Wüstenlandschaft brauchen wir 5,5 Stunden, was schon
rekordverdächtig ist. Kurz vor Jaisalmer stoppt uns ein Jeep, ein junger Mann kommt auf uns zu und spricht uns an.
Radsch aus Jodhpur hätte ihn gebeten, uns eine Unterkunft zu besorgen. also wechseln wir die Fahrzeuge und fahren mit
ihm in sein sogenanntes Gästehaus.
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12. Hitzerekord in Rajasthan
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Wir verlassen Udaipur nur ungern, denn wer weiß schon, wo es wieder ein Kaffee Edelweiß gibt. Elke und ich radeln in
das 75 Kilometer entfernte Kumbalgarth. Hier gibt es eine unglaubliche steinerne Festungsanlage die 1100 Meter hoch
im Aravalligebirge liegt. Ein kolossaler Bau, der förmlich in den Himmel ragt, erbaut irgendwann im 15. Jahrhundert
von Maharadscha Kumba. Er ist eines der wichtigsten und uneinnehmbaren Forts der Mewar, die sich in Zeiten der Gefahr
hierher zurück zogen.
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11. Post vom Maharadscha
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Von Needbusch aus radeln wir die 118 Kilometer nach Udaipur in einem Tag. Dabei fahren wir zum ersten mal auf dem
Express- Highway, auf dem wir den Seitenstreifen ganz für uns alleine haben. Ein Express- Highway ist mit der
Deutschen Autobahn zu vergleichen, nur dass hier auch Esel, Ochsenkarren, sogar Kamele, Fußgänger und Radfahrer
zugelassen sind. Seit 60 Kilometern radeln wir im Bundesland Rajasthan und ich habe schlagartig das Gefühl, das es
hier viel sauberer ist als in Madhya Pradesh, was ich allerdings nach weiteren 40 Kilometern wiederrufe.
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10. Genußreisen in Indien
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Noch in der Nacht entscheiden wir, ein Stück mit dem Zug zu fahren bis die Straßen wieder einigermaßen gut befahrbar
sind. In den verschiedensten Reiseführern ist zu lesen: "Zug fahren gehört zu den größten Genüssen Indiens". Alle
Reisende, die wir bis jetzt kennen gelernt haben, fanden Zug fahren in Indien absolut Klasse. Allerdings haben sie uns
nie verraten, in welcher Klasse sie gebucht haben. Immerhin gibt es grundsätzlich sechs verschiedene Klassen. Für
Abteile der 2. Klasse ist keine Reservierung erforderlich.
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9. SOS - Hilfe aus Deutschland
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Wir streifen Madhya Pradesh, das vor der Trennung Chhattisgarh im Jahre 2000 mit über 59 Millionen Einwohnern der
größte Bundesstaat Indiens war. Obwohl dieses Gebiet aus einer Fläche von 308,000 Quadratkilometern besteht, hat
es außer ein paar interessanten Nationalparks und den erotischen Tempelreliefs in Khajraho nicht allzu viel zu
bieten. Deshalb lassen Traveller es auf ihrer Durchreise links liegen. Hinzu kommen die schlechten Straßen mit
ihren Schlaglöchern, was wir hier am eigenen Leibe und am Fahrrad zu spüren bekommen. Die durchschnittliche
Reisegeschwindigkeit eines Autos oder eines Busses liegt bei 20 Stundenkilometern. Vor allem in bergigeren
Gegenden ist das Radfahren bei Dunkelheit nur etwas für Lebensmüde.
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8. Elke's spektakulärer Abgang
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Eigentlich wollte ich an der Küste entlang radeln, doch Elke überredet mich, ins Landesinnere auf die Berge zu nach
Nahsik zu radeln. Wir haben Glück: der Wind schiebt uns in nord-östliche Richtung. Nach 102 Kilometern finden wir
direkt am Highway ein günstiges Motel mit einem guten vegetarischen Restaurant. Da wir die Fahrräder nicht mit auf's
Zimmer nehmen dürfen, wird extra der hauseigene Wachmann mit der großen Aufgabe, die Fahrräder zu bewachen,
bedacht, was er sichtlich als seine Herausforderung annimmt.
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7. Mumbai (Bombay) - Drei Tage XXL
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Elke und ich schlafen, seit wir von Goa losgefahren sind, zum ersten Mal so richtig aus. Danach wird ausgiebig
gefrühstückt, bevor wir ganz locker die nur 11 Kilometer zum Ablegepunkt der Fähre in Angriff nehmen. Der Besitzer des
Hotels erzählt uns kurz vor der Abfahrt, dass es zwei Ablegestellen gibt, da die eine Fähre nur Passagiere mitnehmen
darf.
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6. Würgeengel und Klopapierphobie
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Wir stehen wieder einmal an einem Fluss und warten auf eine Fähre, die uns von Goa nach Maharashtra bringen soll, eine
Region, die völlig anders ist als Goa. Das zeigt schon der Vergleich von der Fläche Goa: 3701 Quadratkilometer,
Maharashtra 307 690 Quadratkilometer, Bevölkerung Goa 1,34 Millionen. Maharashtera: 96,8 Millionen. Auch die Sprachen
sind teilweise unterschiedlich, so wird in Goa Konkani, Marathi, Hindu und Englisch gesprochen und in Maharashtra fast
nur Marathi, was wir sehr schnell feststellen.
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5. Juppies, Hippies, Grufties und Junkies
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In Indien braucht man garantiert keinen Wecker. Sobald der Morgen graut, fangen nicht nur die
Vögel an zu singen, nein, jeder, der einen fahrbaren Untersatz hat und eine intakte Hupe
besitzt, probiert aus, ob sie auch wirklich noch funktioniert. Deshalb stehen Elke und ich schon
um 7 Uhr an der Fähre, die uns über den Mandovi-Fluss bringt. Wir stehen mit hunderten von
Menschen, die meisten mit Mopeds und warten auf die Fähre, die von weitem wie ein total
überfülltes untergehendes Floß aussieht.
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4. Jetzt geht's los - Wir verlassen Goa
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Heute Abend wollen wir zu Radschan, in seinem Restaurant haben wir des öfteren lecker gegessen. Zum einen
kommen wir zu ihm, weil er mit seinem Turban, seinem Vollbarrt und seinen strahlenden Augen für mich den
waschechten Inder verkörpert. Zum anderen hat er die schmackhafteste indische Küche von Colva.
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3. Auf neuen Wegen - Indien - Goa
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Zunächst einmal möchten Elke und ich uns bei Euch für die unzähligen Abschiedsfeten
bei Euch und bei uns (so ca. 10-15) bedanken, Ihr habt uns den Abschied wirklich nicht leicht gemacht.
Für alle, die in Urlaub, krank oder sonstwie verhindert waren, hoffen wir, dass wir uns bei unserer
Rückkehr gesund wiedersehen ...
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2. Der Countdown läuft
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Meine schlechte Laune, meine Unzufriedenheit und meine Einstellung zum Leben haben sich bei mir schlagartig verändert. Mein
ganzes Denken ist wieder positiv eingestellt, keine Arbeit ist mir zu viel, selbst in meinem Umfeld scheint wieder alles im Lot
zu laufen. Bis zu unserer Abreise sind es immer noch 5 Monate, eigentlich genügend Zeit, um alles zu organisieren.
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1. Die Entscheidung
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Das ganze Leben lang muss man Entscheidungen treffen, die manchmal belanglos und unwichtig sind, doch manche
Entscheidungen verändern dein Leben grundsätzlich. Viele Menschen drücken sich vor Entscheidungen, weil sie Angst vor einer
Veränderung haben, die vielleicht unangenehme Folgen haben könnte. Manche Entscheidungen werden spontan getroffen, man steht vor
einem Schaufenster, sieht ein schickes Kleid oder einen eleganten Anzug und man will es unbedingt haben. Andere Entscheidungen
wiederum werden in einer Bier- oder Weinlaune getroffen, die meisten davon bereut man wieder am nächsten Tag.
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