Am nächsten Morgen kommen wir nur sehr schwer aus den Betten, unsere Knochen tun uns von der harten Überfahrt
immer noch weh, deshalb beschließen wir, noch ein zwei Tage länger zu bleiben. Keylong ist die Hauptstadt von Lahaul.
Es hat 1900 Einwohner und liegt auf einer Höhe von 3300 Metern, so niedrig waren wir die letzten zwei Monate nicht mehr.
Wenn die Bergpässe offen sind, ist es eigentlich nur ein Übernachtungsstopp für Touristen, die von Manali nach Leh reisen.
Dabei hat diese dünn besiedelte Region mit ihren 12000qkm schneebedeckter Berge und Hochgebirgswüsten Einiges zu bieten.
Von hier aus kann man Ausflüge zu einigen Bergdörfern und zu mittelalterlichen Klöstern machen, die wunderbarerweise vom
Massentourismus noch völlig unberührt sind. Elke und ich schlendern durch die engen Gassen von Keylong und folgen den
interessanten Pfaden der Bergbauern, die hier schon das erste Gemüse anbauen. Die sehr steilen Steintreppen führen
immer wieder in kleine Siedlungen, wo wir das einfache Leben der Menschen beobachten können. Am Abend stärken wir
uns noch einmal mit einer Nudelsuppe und einem kalten Bier, bevor wir morgen früh die letzten 120 Kilometer in die
Zivilisation nach Manali angehen.
Wie wir es geschafft haben, durch unzählige Schlaglöcher, an Baustellen vorbei, wo hart schuftende Frauen mit ihren Kindern arbeiten, mit einem betrunkenen Jeepfahrer auf den Kahtong La, was soviel heißt wie "ein Haufen toter Köpfe" und mit verrückten Indern, die sich nach Manali ein Wettrennen liefern ...


