In den wenigen Geschäften und Restaurants sind die Regale fast immer leer, das Einzige, was es zu meinem Leidwesen gibt, ist Dalh Bath. Elke amüsiert sich jedesmal köstlich, wenn ich diese Linsenbrühe hinunter würge. Das Wasser, das wir benötigen, steht zwar in einem Kühlschrank, der aber nicht an Strom angeschlossen ist und so müssen wir bei 40 Grad Hitze lauwarmes Wasser trinken. Rund um die Siedlungen werden große Waldfläschen gerodet, für Ackerbau und Reisfelder, die bis zum Rand im Wasser stehen. Das Radfahren wird immer anstrengender, die hohe Luftfeuchtigkeit macht uns immer mehr zu schaffen. Vor ein paar Wochen war es noch die Kälte und die Höhe, die uns das Radeln erschwerte und jetzt ist es diese unerträgliche Hitze. Völlig fertig und am Ende unserer Kräfte kommen wir in Chisapani an.
Die Suche nach einer Unterkunft, vielleicht noch mit einer Dusche, oder einer Toilette auf dem Flur, ist absolut vergebens. Chisapani liegt an einem großen reißenden Fluss, der wiederum an den Bardia Nationalpark grenzt. Sam hatte hier mitten im Nationalpark im Forst Hideaway Cottages eine gute Unterkunft gefunden und uns die Telefonnummer mitgeteilt. Der Besitzer eines kleinen Restaurants erklärt sich bereit dort anzurufen und zur großen Freude werden wir vom Chef persönlich mit einem Pickup abgeholt. Bis zum Resort sind es allerdings noch 25 Kilometer durch zwei Flüsse, durch dichten grünen Dschungel und vorbei an kleinen traditionellen Dörfern. Ramesch zeigt uns voller Stolz sein paradiesisches Gartenresort, was, bevor es dunkel wird, eine Oase der Ruhe ist. Bei einem kalten Bier entspannen wir uns auf der Terrasse und lauschen den unzähligen bunten Vögeln und den einsetzenden Brüllaffen. Die umliegenden Dörfer, sowie unser Bungalow sind aus traditionellen Lehmhäusern gebaut, sie sind im Innenraum erstaunlich kühl und angenehm. Am Eingang steht eine kleine Warntafel.
- Von Oktober bis November und von April bis Juli kommen wilde Elefanten in die Dörfer und in unser Resort.
- Wenn sie Schüsse in der Nacht hören, bitte nicht durch das Resort laufen, äußerst gefährlich.
- Wenn sie einen Elefanten sehen, bitte nicht darauf zulaufen und keine schnellen und wilde Bewegungen machen
- Elefanten sind sehr sensibel und unberechenbar.
Wie wir es geschafft haben, durch den immer stärker werdenden Monsun, überschwemmte Straßen, und die Fieberhölle Nepals nach Pokhara zu kommen ...


