Ich habe für unsere bevorstehende Skype-Party eine Burg gefunden, es ist ein richtiges Resort mit einer atemberaubenden Aussicht, das nicht nur einen Anschluss fürs Internet hat, sondern auch ein schönes Schwimmbad hat. Es gehört einem Irländer und seiner portugisischen Frau, sie wollen euch unbedingt kennen lernen. Das Castle Resort, das wir schon von weitem sehen, liegt ungefähr 200m über dem See. Der Besitzer Joe hat es direkt auf einen Kamm gebaut und Sam hatte nicht übertrieben: das, was wir hier sehen, ist das Paradies auf Erden, jedenfalls auf den ersten Blick. Es gibt ein Restaurant, eine irische Bar, ein Schwimmbad, drum herum Sitzgelegenheiten mit Blick über den See, zwei Burganlagen mit romantischen Zimmern und vier kleine Bungalows mit eigenem Garten. Das alles wiederum steht in einem Garten Eden voller bunter singender Vögel. Sofie und Joe empfangen uns sehr herzlich und wir sind uns sofort sympathisch, was dazu führt, das wir mindestens eine Flaschen Wein zu viel trinken.
Der richtige Platz für unsere erste nepalesisch-deutsche kulinarische Weinverkostung über Skype ist gefunden. Das australische Päarchen Trudi und China sind von Kathmandu aus auf dem Weg nach Pokhara und Even kämpft sich mit seinem Motorrad von Indien her kommend durch große Wassermassen. Spätestens in einer Woche müsste auch er hier sein, dann wären wir komplett. Unsere deutschen Freunde Martina und Remy waren einen Monat zuvor auf einer Trekking Tour in Nepal, sie haben uns zur großen Freude Wein vom Weingut Stachel in einem Hotel hinterlegt. Da wir noch mehr verschiedene Weine für unsere Party benötigen, machen wir uns auf in die Hauptstadt Kathmandu.
Viele Reisende beschreiben Kathmandu als stinkendes Dreckloch, wir haben diese pulsierende Stadt anders erlebt, vielleicht haben wir auch eine andere Hemmschwelle. Wie wir unseren Wein aus der Heimat gefunden haben, welche Gefühle ein stück Heimat auslösten, wie wir die Hinduverbrennungen am heiligen Bagmati-Fluß erlebt haben ...


