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Golf von BengalenHallo Ihr lieben Zuhause Gebliebenen … Jetzt sind wir durch das üppige Grün der Reiskammer Myanmars gefahren und haben durch die wilde Fahrt unseres Busfahrers doch fast nichts gesehen. Das Ayeyarwady-Delta wurde so um 1900 herum durch die Briten urbar gemacht und trockengelegt. Gespeist wird das Delta mit seinen tausenden von Wasserarmen von dem 2170 Kilometer langen Ayeyarwady Fluss, der ein geschätztes fruchtbares Schwemmmaterial von 300.000.000t mit sich führt und im Meer ablagert. Mit diesem großen Sedimentgehalt liegt der Strom, weltweit an fünfter Stelle, nach dem Gelben Fluss, dem Ganges, dem Amazonas und dem Mississippi. Das Delta ist so fruchtbar, dass sich bei guter Jahreswitterung eine dreifache Reisernte einfahren lässt.
Unser Hill Garden Resort liegt ein bisschen abseits des Hauptstrandes und somit sehr ruhig, überhaupt nicht mit dem Garden Hotel in Yangon zu vergleichen. Wir haben einen schönen Bungalow mit einer großen Terrasse und einer tadellos funktionierenden Dusche und Toilette. Von hier aus gelangen wir durch einen kleinen 5 minütigen Fußmarsch zu einem sichelförmigen Hausstrand. Zwischen einigen Felsformationen schwappt uns kristallklares Wasser entgegen, was Elke sofort dazu bewegt, in dieses kalte Nass einzutauchen. Wir können es nicht glauben, wir sind tatsächlich ganz alleine an diesem herrlichen Strand, an dem nur ein Fischerboot liegt.
Am nächsten Tag beschließen Elke und ich, uns das Erlebte vom Vortag nicht noch einmal anzutun und so erkunden wir die nördlichen Strände von Chaungtha. Vor uns liegt ein schneeweiser Strand, umsäumt von Palmen, wie auf eine Postkarte gemalt. Am anderen Ende ist auf einem Felsvorsprung eine goldene Pagoda zu erkennen, bei der sich viele burmesische Urlauber herumtummeln. Danach wird es aber auch schon wieder ruhig, ja fast einsam. Elke und ich wandern von einem malerischen Sandstrand zum nächsten, Kilometer weit, bis wir in einem kleinen Dorf umgeben von Palmen frische Kokosnüsse angeboten bekommen. Von diesen Traumständen gibt es auf dieser Erde sicher nicht mehr viele und als wir hören, dass die Chinesen hier riesige Ressorts und Hotels bauen wollen, sind auch hier die Tage gezählt. Elke will unbedingt noch einmal in das Fischerdorf von Chaungtha, was sich am Ende des belebten Standes befindet. Diese Siedlung wurde vor etwa 100 Jahren gegründet und bekam den Namen (thayar) (chaung) woraus Chaungtha wurde und so viel heißt wie Schöner Strom. Das Fischerdorf selbst besteht aus auf Bambuspfeilern gebauten Hütten und sieht im ersten Moment in den grünen Mangroven sehr hübsch aus. Wären da nicht die meterhohen Plastikabfälle. Die Frauen, Kinder, Hunde und Schweine leben mitten in diesen übelriechenden Abfällen. Uns wird es regelrecht schlecht, wenn wir sehen, in welch abartigem Zustand diese Menschen im sogenannten Paradies leben müssen. Morgen fahren wir wieder zurück nach Yangon, sagt Elke. Ja, sage ich, toll, wenn da bloß diese abenteuerliche Busfahrt nicht wäre … Die Rückfahrt gestaltet sich gar nicht mal so schlecht, vielleicht auch weil der Busfahrer fast langweilig fährt. Auf jeden Fall bekommen wir dieses Mal viel von den Flussarmen, den Mangroven und den Menschen, die auf dem Land leben, mit. Elke hat die glorreiche Idee, von Yangon aus direkt weiter mit dem Zug nach Bago zu fahren. Am Fahrkartenschalter bezahlen alle Einheimischen ihr Ticket mit Kyat, nur die Touristen müssen mit Dollars bezahlen. Da wir keine haben, müssen wir die vier Dollar zum schlechten Kurs umtauschen. Wer glaubt, eine Zugfahrt, die ist lustig und angenehm, der war noch nie in Myanmar. Auch hier hatte zunächst -unverständlicher Weise - fast jeder eine Plastiktüte in der Hand. In einem vorderen Abteil ist der Schlafwagon untergebracht, hier lernen wir die zwei netten Herren Bruno und Hans-Peter aus der Schweiz kennen. Sie haben sich eine 2-er Kabine geleistet, schließlich wollen sie bis nach Mandalay und das sind immerhin so um die 15-17 Stunden Zugfahrt. Hans-Peter sagt, diesen Luxus haben wir uns einmal gegönnt, damit wir heute Nacht gut schlafen können.
Als ich wieder auf meinem Sitz sitze und mich freudenstrahlend umschaue, erkenne ich die vielen schwarzen vollgeko… Tüten. Schlagartig wird auch mir schlecht und ich bin froh, dass wir Bago nach zwei Stunden abenteuerlicher Zugfahrt erreichen. Wir verabschieden uns von Bruno und Hans-Peter. Lachend sagt Bruno, wir haben ja nur noch 13-15 Stunden Zugfahrt vor uns. Mit den liebsten Grüßen
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